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Dienstag, 10. Mai 2022

Tag 13 Halbinsel Reykjanes

 
Wetter: Sonne in Reykjavik, auf Reykjanes bewölkt, 10°C
Start - Ende: 09:45 Abfahrt in Reykjavik, zurück im Hotel um 20:00
Gefahrene Kilometer: 155 km
Gegangene Kilometer: 18 km
 
 
Laut Reiseführer und auch diversen Internetseiten wird die Halbinsel Reykjanes viel zu oft links liegen gelassen. Dabei hat sie so einiges zu bieten und genau das haben wir uns heute mal genauer angesehen. 

Farbenspiele


Die Halbinsel Reykjanes, auf der sich auch der internationale Flughafen Keflavik befindet, liegt im äußersten Südwesten Islands. 

Gestartet sind wir mit unserer Entdeckungsreise etwa 30 km südlich von Reykjavik, im Naturschutzgebiet Reykjanesvólkvangur.
Endlich wieder ein Geothermalfeld (Seltún), bei dem es aus sämtlichen Löchern im Boden blubbert, dampft und zischt. Dazu noch der Geruch von faulen Eiern - schade, dass es noch keine Online-Geruchsübermittlung gibt :-(
 


Das Geothermalfeld kann bequem auf errichteten Holzpfaden durchquert werden. Außerdem ist ein Wanderpfad gekennzeichnet, auf dem man dann einen phantastischen Blick über Seltún hat und noch weitere Farbenspiele, welche übrigens durch Bakterien und Mineralien entstehen, entdecken kann.

Ausblick über Seltún. Im Hintergrund der See Kleifarvatn






 
Von unserer "Aussichtsplattform" sahen wir ein Stück entfernt weitere Dampfwolken. Wo die wohl herkommen? Wir begaben uns auf die Suche...

Nach einer 1,6 km langen Wanderung erreicheten wir das abgelegene Geothermalfeld Austurengjahver. Auf die Idee danach zu suchen kam außer uns niemand. 
 
 

 
 
Am Krysuvikurberg brüten in den steilen Klippen wieder unzählige Möwen, der Lóndrangar auf Snæfellsnes (siehe Tag 10) war aber landschaftlich deutlich spektakulärer. 






Besonders imponiert hat uns das Lavafeld rund um den Vulkan Fagradalsfjall. 



sieht glatt aus, fühlt sich aber nicht so an


Im März 2021 haben sich plötzlich Spalten in diesem Gebiet geöffnet und relativ dünnflüssige Lava floss aus. Das Spektakel zog in den darauffolgenden Monaten Unmengen an Besuchern an. Es dauerte bis September 2021 bis keine neue Lava mehr floss. 
Jetzt ist ein großes, schwarzes Lavafeld zu sehen, welches an manchen Stellen Rauch aufsteigen lässt und somit immer noch nicht ganz abgekühlt ist. 
 
Vielleicht nochmal zurück zum Besucheransturm 2021: 
Auf dem mittlerweile deutlich abgespeckten Parkplatz standen heute neben unserem Auto vielleicht noch 10 weitere Autos (davon 8 weiße Dacia Duster - kleiner Scherz am Rande, aber es gibt soooo viele DD - alles Mietautos natürlich-, unglaublich). 
 
Ringsum immens große (und mittlerweile abgesperrte) Parkflächen und wenn man wieder auf die Hauptstraße biegt findet man wenige Kilometer weiter "Parkplatz 2.
 
Somit lässt sich erahnen, welch Spektakel sich damals abgespielt hat als die Besucher an den Hängen gesessen sind und fasziniert den spuckenden Vulkan beobachtet haben. 
 
Wieder zurück zur frisch abgekühlen Lava: Sie fühlt sich fest an, ziemlich rau, scharfkantig und irgendwie etwas klebrig an der Oberfläche. 


Beeindruckend ist auch das abrupte Ende des Lavaflusses


Am Geothermalfeld Gunnuhver machten wir nocheinmal einen kurzen Halt um wieder die Farbenpracht und den Geruch zu bewundern.
 
In der unmittelbaren Umgebung zahlreiche Geothermiekraftwerke und Industrien. Chris machte noch einen Abstecher zu einer mit einem Warnschild („Authorisized Personal only“) abgesicherten Bohrleitung. 
 
 



 


Die „Brücke zwischen den Kontinenten“, einer Stelle wo die eurasische und amerikanische Platte aufeinandertreffen war nur noch ein „Stehenbleiben, dass wir halt stehengeblieben sind“. Der Wind scheuchte uns nach dem Pflichtfoto wieder ins warme Auto ;-) 
 
FYI (for your information)


 

Samstag, 7. Mai 2022

Tag 10 Snæfellsnes

Wetter: Ein Mix aus Sonne und Wolken, 1x ein 3-Minuten Regen. 7°C
Start - Ende: 10:00 in Stykkishólmur, 18:45 in Stykkishólmur
Gefahrene Kilometer: 215 km 
Gegangene Kilometer: 11 km
 
 
 

 
 
Der heutige Tag ist vollgepackt mit Landschaft, Landschaft und nochmals Landschaft :-) 
Wir befinden uns auf der Halbinsel Snæfellsness, der wir einen ganzen Tag widmen wollen. 
Von Stykkishólmur fahren wir gegen den Uhrzeigersinn der Nordküste entlang bis wir den Nationalpark Snæfellsnes an der Westspitze erreichen. Über die Südküste gehts wieder retour nach Stykkishólmur. 

Zu Beginn gings auf den Berg - naja, wohl eher Hügel - Helgafell. 
Der Sage nach werden den Wanderern drei Wünsche erfüllt, sofern man drei Dinge beachtet: 
Man darf sich beim Aufstieg nicht umdrehen.
Man darf beim Aufstieg kein Wort sagen.
Man muss beim Wünschen Richtung Osten blicken. 

Helgafell


Die Kombination aus Sonne und Wolken zauberte heute prächtigste Farbenspiele auf Islands Naturschätze.
 





Einen Spontanbesuch statteten wir Islands Hauptproduzenten der Spezialität Hákarl ab. Harkal ist fermentierter Grönlandhai. 
Das Fleisch des Hais ist giftig, erst durch Fermentation wird es neutralisiert. Das Fleisch wird hierfür in 5-10 kg schwere Stücke geschnitten und in einen gut durchlüfteten Holzbehälter geschichtet. Wichtig ist, dass die Temperatur nicht über 8 Grad steigt. Nach mehreren Wochen wird das Fleisch entnommen und an die frische Luft gehängt - nach insgesamt mehreren Monaten ist der Fisch verzehrfertig. 
Der Verzehr von Harkal wird ja in den Medien ähnlich zelebriert wie das Essen des schwedischen Surströmming. 
Bestalischer Geruch, Geschmack dann allerdings gar nicht sooo schlecht. 
Nun, bei der anschließenden Kostprobe waren wir - ich weiß jetzt nicht mal wie ichs beschreiben soll - enttäuscht, da wir uns tatsächlich einen Geruch erwartet hätten, der uns erschaudern lässt. 
Riechen tut der Grönlandhai bei Tisch allerdings nicht so streng wie man meinen würde. Ein leicht stechender Geruch - Ammoniak - kitzelt in der Nase und ein leichtes „bremseln“ spürt man im Mund. 



Als wir dann allerdings noch das Trockenhaus besichtigten, stieß uns tatsächlich der eigenartige Geruch (in etwa wie ein vergammelter Schlierbacher-Käse) entgegen, den wir schon zuvor erwartet hätten. 

Die gut durchlüftete Trockenkammer

Hakárl, gestern erst aufgehängt

...und der hängt schon ein paar Monate


Übrigens - der Grönlandhai kann bis zu 500 Jahre alt werden. Nach ihm wird nicht gezielt gefischt - wenn, dann geht er als Beifang ins Netz.
 
 
Saxhóll Krater


Ausblick vom Saxhóll-Krater auf das mit Moos überzogene Lavafeld




 
Der Kirkjufell

Felsformation am Djúpalónssandur

Djúpalónssandur


Djúpalónssandur

1 000 000 Vögel am Lóndrangar



Den Abend verbrachten wir wieder in Stykkishólmur. Wir haben gestern ein kleines Lokal gefunden (war nicht soooo schwer bei drei Lokalen zur Auswahl, Stykkishólmur hat immerhin knapp über 1000 Einwohner!), wo scheinbar hauptsächlich Einheimische essen gehen. Zumindest glauben wir so, denn die zwei Kellnerinnen haben mit fast allen anderen Gästen nicht Englisch gesprochen. Verstanden haben wir Nüsse. Muss also wohl Isländisch gewesen sein ;-) 
Gestern gabs Fisch, heute die schon gestern empfohlenen Muscheln :-)

Muscheln mit Pommes! Tatsächlich eine ziemlich geile Kombi!


Beautiful Stykkishólmur

Das "Narfeyrarstofa"